2020-12-02

Decoupling the Internet – Taking Sides or Chances?

Am 14. Dezember 2020 veranstaltet das Auswärtige Amt zum zweiten Mal gemeinsam mit der re:publica und mit Unterstützung der Stiftung Neue Verantwortung die Konferenz „Future Affairs“ in Berlin. In diesem Jahr wird die internationale Veranstaltung zum Thema “Decoupling the Internet – Taking Sides or Chances?” virtuell ausgerichtet. Sie wird erstmals live und frei zugänglich auf www.future-affairs.de, auf YouTube, auf Twitter und auf Facebook übertragen.

Das “Future Affairs”-Forum widmet sich aktuellen Zukunftstrends mit außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung. Nach der erfolgreichen Premiere im Mai 2019, wird die Veranstaltungsreihe im Dezember 2020 fortgesetzt. Neben der Frage nach nationaler Souveränität und Stabilität, stehen in diesem Jahr die Themen Datensicherheit und Cybersecurity, Fragmentierung des Internets sowie geopolitische Macht durch Technologieführerschaft im Vordergrund.

Bundesaußenminister Heiko Maas wird die eintägige Konferenz in Berlin eröffnen. Im Anschluss werden hochkarätige Sprecher*innen aus aller Welt in moderierten Panels und in digitalen Diskussionsrunden neue Denkansätze und Zukunftsszenarien aufzeigen, zu Trends der Digitalisierung diskutieren und in einem transdisziplinären Dialog mit der Online-Community Ideen für die Gestaltung der Politik von morgen entwickeln.

Das Programm

Weltweit ist ein zunehmender Wettbewerb zwischen Staaten um technologische Vorherrschaft zu beobachten.  Eine mögliche Entkoppelung und Fragmentierung der digitalen und wirtschaftlichen Einflussbereiche wird weitreichende Folgen für unsere Gesellschaften, aber auch für das globale Kräftegleichgewicht haben. Die Diskussion zum Thema “Decoupling the Internet - Taking Sides or Chances?” wird die folgenden Fragen in den Fokus stellen: Wie kann die EU in einem polarisierten globalen Set-Up eine attraktive Alternative auf Grundlage gemeinsamer demokratischer Werte sein und als "dritte Option" fungieren? Wo und wie kann Europa ein globaler Partner für die Digitalisierung und künstlicher Intelligenz sein?

Im Panel “Building Resilience in Cybersecurity” stehen die großen Fortschritte bei der Bekämpfung globaler IT-Sicherheitsbedrohungen in Lateinamerika und der Karibik sowie in der EU im Mittelpunkt. Die “Resilienzpolitik” der beiden Regionen bietet eine Grundlage für Instrumente der IT-Sicherheit, wie nationale Cybersicherheitsstrategien, Zertifizierungen, Mindeststandards und Transparenzanforderungen sowie globale Dialoge über technische Standards und Normen für verantwortungsbewusstes Verhalten von Staaten. Auf dem Panel diskutieren Expert*innen aus beiden Regionen und analysieren Maßnahmen und Instrumente, die bereits in der Umsetzung sind. Darüber hinaus werden Wege für eine interregionale Zusammenarbeit vorgestellt – von der Risikobewertung bis hin zu Anpassung, Ausbildung, Informationsaustausch und Koordination.

Die Paneldiskussion “Data Protection and Digital Rights” beleuchtet die in Lateinamerika und der Karibik sowie in Europa bereits umfangreich etablierten Maßnahmen zur Stärkung von Datenschutz und Datensicherheit. Beide Regionen verfolgen dabei das Ziel, ihren Bürger*innen auf Basis einklagbarer digitaler Rechte mehr Entscheidungsbefugnis darüber zu geben, wie und zu welchen Zwecken ihre Daten online gesammelt werden. Sie stehen dabei jedoch vor enormen Herausforderungen, unter anderem aufgrund von Ressourcenmangel bei der Durchsetzung und unterschiedlicher Auffassungen in Wirtschaft und Regierungen. Die Sprecher*innen betrachten diese Herausforderungen und erörtern potenzielle Lösungen sowie Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Regionen.

Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden und auf Deutsch und Spanisch simultan übersetzt.